Ratgeber
Wie Sie Reisepass oder Personalausweis weitergeben, ohne Ihre Identität preiszugeben.
Ein Käufer bei Kleinanzeigen will „nur kurz ein Ausweisfoto zur Verifizierung“. Ein Gastgeber schreibt Sie außerhalb der Plattform an. Ein Vermieter bittet Sie, den Personalausweis per WhatsApp zu schicken. Ein vollständiges, unbearbeitetes Foto Ihres Dokuments herauszugeben, ist einer der schnellsten Wege, Ihre Identität zu verlieren — und sobald es in einem fremden Postfach oder einer fremden Fotomediathek liegt, bekommen Sie es nicht zurück.
Diese Ratgeber erklären, wie Sie einem Unternehmen genau das zeigen, was es wirklich sehen muss, und dabei verdecken, was zur Identitätsübernahme taugt: Dokumentennummer, maschinenlesbare Zone, Geburtsdatum und Unterschrift. Ohne Fachjargon und ohne Panikmache — nur, was zu verdecken ist, warum es zählt und wie es in etwa einer Minute am Handy geht.
Wo sich die Rechtslage zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz unterscheidet, steht das ausdrücklich dabei. Deutschland ist der Sonderfall: § 20 Abs. 2 Personalausweisgesetz regelt ausdrücklich, wer den Personalausweis kopieren darf und wie die Kopie gekennzeichnet sein muss. Österreich und die Schweiz haben keine solche Norm — dort entscheidet allein das Datenschutzrecht.
Sie behandeln auch die Kopie, die Sie für sich selbst behalten — die, an die niemand denkt: Ist es sicher, ein Ausweisfoto auf dem Handy zu behalten?
Sie benennen auch die Grenze. Schwärzen funktioniert nicht überall. Einige wenige Prüfungen — die geldwäscherechtliche Legitimation einer Bank, die Meldepflicht bei Gästen aus dem Ausland, die Prüfung des Aufenthaltstitels durch den Arbeitgeber — sind gesetzlich darauf angelegt, das vollständige Dokument zu erfassen; ein schwarzer Balken ist dort eine gescheiterte Prüfung und kein Schutz. Wann Schwärzen nicht funktioniert zieht die Linie genau. Alles jenseits davon — Käufer bei Kleinanzeigen oder Vinted, Gastgeber, private Vermieter, Auftraggeber, Plattform-Support — ist das Feld dieser Ratgeber, und das ist die große Mehrheit dessen, wonach Sie tatsächlich gefragt werden.
Wer fragt, und was er wirklich braucht
| Wer fragt | Schwärzen möglich? | Was wirklich gebraucht wird | Verdecken |
|---|---|---|---|
| Ein Käufer bei Kleinanzeigen | Nichts schicken | Gar nichts | Die Frage selbst ist das Warnsignal |
| Vinted, willhaben, Ricardo | Ja | Steuer-ID, nicht der Ausweis | Nummer, MRZ, Unterschrift |
| Eine WG, vor der Besichtigung | Noch nichts schicken | Nichts, bevor Sie das Zimmer gesehen haben | Der Zeitpunkt ist das Warnsignal |
| Ein Match in einer Dating-App | Nichts schicken | Nie etwas | Eine app-übergreifende Verifizierung gibt es nicht |
| Ein Auftraggeber | Ja | Name und Lichtbild | Nummer, MRZ, Geburtsdatum, Unterschrift |
| Support bei der Kontowiederherstellung | Ja | Name und Lichtbild, zum Abgleich | Nummer, MRZ, Unterschrift |
| Ein Airbnb-Gastgeber | Ja | Name, Lichtbild, Staatsangehörigkeit | Nummer, MRZ, Geburtsdatum, Unterschrift |
| Ein Vermieter oder Makler | Ja | Name, Lichtbild, Identität | Nummer, MRZ, Geburtsdatum, Unterschrift |
| Eine Mietwagenstation | Teilweise | Name, Lichtbild, Führerscheinnummer | Passnummer, MRZ, Unterschrift |
| Wer ein Selfie mit dem Ausweis will | Erst den Kanal prüfen | Ihr Gesicht plus Name und Lichtbild | Nummer, MRZ, Geburtsdatum, Unterschrift |
| Ein Hotel, bei ausländischem Pass | Nein | Seriennummer, gesetzlich | Kopieren muss es ihn nicht |
| Ein neuer Arbeitgeber | Nein beim Aufenthaltstitel | Der Titel vollständig | Nur die Kopien darüber hinaus |
| Eine Bank | Nein | Das vollständige Dokument, über die App | Nichts — die Anfrage prüfen |
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